Aktionsrat Bildung

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Aktionsrat Bildung - Zwischenbilanz Ganztagsgrundschulen - Gutachten 2013: Das Gutachten zum Thema "Zwischenbilanz Ganztagsgrundschulen: Betreuung oder Rhythmisierung?" ist das fünfte in einer neuen Reihe von kompakten Gutachten des von der vbw initiierten Aktionsrats Bildung. Die Reihe greift konkrete bildungspolitische Einzelthemen auf und begegnet stärker als bisher den Herausforderungen in der Praxis mit gezielten Lösungsansätzen.

Betreuung oder Rhythmisierung?

Im internationalen Vergleich ist eine ganztägige Beschulung bereits im Primarbereich die Regel. Vor zehn Jahren wurde auch in Deutschland der flächendeckende Ausbau eines ganztägigen Schulangebots als politisches Ziel formuliert und im Rahmen eines groß angelegten Investitionsprogramms gefördert. Neben der verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden damit weiterreichende Ziele, wie der Abbau sozialer Benachteiligungen und die Individualisierung des Unterrichts sowie eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems angestrebt. 

In seinem aktuellen Gutachten analysiert der Aktionsrat die Wirksamkeit der bisher umgesetzten Ausbaumaßnahmen und gibt konkrete Empfehlungen, wie die festgestellten Defizite im Hinblick auf die Gestaltung des Schulalltags und die pädagogische Qualität der ganztägigen Unterrichtsangebote behoben werden können.

Zentrale Empfehlungen des Aktionsrats Bildung:

  • Da die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Ganztagsschulen massiv gestärkt wird und erste Tendenzen auf die Potenziale dieser Schulform hinweisen, ist ein flächendeckendes Angebot von rhythmisierten Ganztagsgrundschulen zu schaffen.
  • Im Zuge des Auf- und Ausbaus ist auf KMK-Ebene ein verbindlicher Handlungsplan für die kommenden fünf bis zehn Jahre vorzulegen und umzusetzen.
  • Länderübergreifende pädagogische Leitlinien und Qualitätsstandards sind vorzulegen, um einen einheitlichen Standard im Auf- und Ausbau rhythmisierter Ganztagsschulen sicherzustellen.
  • Der KMK wird in Abstimmung mit den Bundesländern empfohlen, ein Evaluationsprogramm zum Potenzial rhythmisierter Ganztagsgrundschulen aufzulegen, das insbesondere die Effekte Bildungsgerechtigkeit und Leistungsförderung in den Blick nimmt und damit gesicherte empirische Aussagen ermöglicht.
  • Begleitende Schulentwicklungsprogramme sollten aufgelegt und die länderspezifischen Serviceagenturen­ zur Implementierung von rhythmisierten Ganztagsgrundschulen ausgebaut werden.
  • In Abhängigkeit von Bedarfen und spezifischen Schulentwicklungsprogrammen der einzelnen Schulen sollte das Personal an rhythmisierten Ganztagsgrundschulen aus multiprofessionellen Teams bestehen, die besondere Synergien bieten.
  • Für den Unterricht im rhythmisierten Ganztagsbetrieb müssen für das Lehrpersonal umfassende Personalentwicklungskonzepte implementiert und verbindlich geregelte Fortbildungen angeboten werden. Für die Schulleitungen sollte im Rahmen der Aus- und Weiterbildung eine entsprechende Anpassung ihres Aufgabenprofils erfolgen - unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Zeitkontingents.
  • Die Bundesländer müssen Ressourcen für Informationskampagnen zur Verfügung stellen, um unterschiedliche Angebote und Förderoptionen transparent zu machen und die Akzeptanz der rhythmisierten Ganztagsgrundschulform bei den Eltern zu erhöhen.
  • Kommunen und Gemeinden muss eine eigenständige Rolle bei der flächendeckenden Einführung von Ganztagsschulen zugestanden werden, damit sie schulübergreifend die Koordination und Organisation zusätzlicher Förder- und Betreuungsangebote realisieren können. Die Verteilung der entsprechenden Verantwortlichkeiten und Ressourcen ist in den einzelnen Bundesländern zu klären.
  • Auch im laufenden Ganztagsschulprozess sollten die verschiedenen Schulentwicklungskonzept durch Image- und Informationskampagnen transparent gemacht und die Eltern aktiv beraten und eingebunden werden. Prinzipiell ist auf eine aktive Elternkommunikation zu achten.

Weitere Informationen: Das Gutachten zum Download  PDF (3MB)

Rückfragen:
Manuela Schrauder
vbm - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.
vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Str. 5, 80333 München
Tel.: 089 55178-337,  Fax: 089 55178-222
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