Weiterführende Schule

Technik – Zukunft in Bayern 4.0 - Forscherinnen-Camps

Digitalisierung einer Messstation zur Qualitätsprüfung von Wellpappe – Mädchen forschen in der Oberpfalz an der eigenen beruflichen Zukunft

An technischen Problemen tüfteln, bis man zu einer Lösung kommt – programmieren, analysieren. Kurz: Einfach mal selbst ausprobieren – ein gutes Gefühl. Eines, das 13 Schülerinnen aus ganz Bayern im Forscherinnen-Camp der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0 bei der BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, bei der Überbetriebliches Bildungszentrum in Ostbayern gemeinnützige GmbH und an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) in dieser Woche haben.

Am 3. August 2018 haben sie ihre Ergebnisse Eltern und Ehrengästen präsentiert. Beim Forscherauftrag für die 15- bis 18-jährigen Projektteilnehmerinnen ging es darum, einen so genannten Proben-Applikator im 3D-Druck herzustellen. Außerdem sollten sie einen Roboter, der Messdaten zur Qualitätsprüfung von Wellpappe erhebt, sowie die dazugehörige Messdatenanalyse programmieren. Hilfe bekamen sie bei dieser Aufgabe von Dozenten und Dozentinnen, Studierenden der Hochschule sowie Ingenieurinnen des Unternehmens. Im Camp unter der Trägerschaft des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) erhalten die Mädchen einen realistischen Einblick in den Berufsalltag einer Ingenieurin. Ganz nebenbei geht es auch um andere Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, wie Präsentationskompetenz und Teamfähigkeit.

Anlässlich des Camps sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände bayme vbm, die das Camp ideell und finanziell fördern:
Damit unsere bayerischen Unternehmen innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, brauchen sie hochqualifizierte Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik und IT. Wir möchten junge Frauen für diese Berufe begeistern und so wertvolles Potenzial ausschöpfen. In den Forscherinnen-Camps soll ihr Interesse für technische Berufe geweckt werden. Vielfältige Tätigkeiten, sehr gute Verdienstmöglichkeiten sowie sehr gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen für eine Karriere von Frauen in den bayerischen M+E-Unternehmen.

Am selben Strang zieht auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie. Es fördert das Forscherinnen-Camp seit Jahren.

Wie sehr die Camps bei der beruflichen Orientierung helfen, zeigt eine Studie des bbw. Rund 75 Prozent der Teilnehmerinnen wollen nach dem Camp-Besuch ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium beginnen. Das Forscherinnen-Camp richtet sich gezielt an junge Frauen: Die Zeit typischer Männerberufe ist vorbei, Erfolg im technischen Beruf hängt von der Einstellung und Begeisterung ab – nicht vom Geschlecht. Doch noch immer ist der Frauenanteil in der Metall- und Elektro-Industrie gering, nur jeder vierte Arbeitnehmer in Bayern ist weiblich. Die Forscherinnen-Camps sind 2007 gestartet. In diesem Jahr beteiligen sich acht Unternehmen und ebenso viele Hochschulen. Die Camps sind bis auf die Kosten für An- und Abreise kostenfrei.

Hier finden Sie weitere Informationen und Impressionen.

Vorsprung durch Bildung

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