Weiterführende Schule

Technik – Zukunft in Bayern 4.0 - Forscherinnen-Camps

Mädchen lernen Berufsalltag von Ingenieurinnen kennen – Abschluss der Projektwoche bei Faurecia und an der Universität sowie Hochschule Augsburg

An technischen Problemen tüfteln, bis man zu einer Lösung kommt – ein gutes Gefühl. Eines, das zehn Schülerinnen in der letzten Augustwoche 2019 im Rahmen des "Forscherinnen-Camps" der Bildungsinitiative "Technik – Zukunft in Bayern 4.0" bei Faurecia Clean Mobility und an der Universität Augsburg sowie der Hochschule Augsburg erlebt hatten.

Die Aufgabe der 15- bis 18-jährigen Schülerinnen war ein Prozess- und Materialvergleich mit 3D-Druck, NC-Fräse und Fügen. Die Teilnehmerinnen haben eine Wabenstruktur technisch konstruiert sowie mit verschiedenen Techniken bearbeitet und sie unter anderem mithilfe der Mixed-Reality-Brille HoloLens untersucht. Dabei haben sie Unterstützung von Dozent*innen, Studierenden und Ingenieur*innen erhalten.

Mit spürbarer Faszination präsentierten die Teilnehmerinnen bei der Abschlussveranstaltung am 30. August 2019 ihre Ergebnisse. Das Projekt hat damit sein Ziel erreicht: Das Camp des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) und der Bayerischen Metall+Elektro Arbeitgeber bayme vbm soll Mädchen Einblick in den Berufsalltag einer Ingenieurin verschaffen – und so das Interesse an technischen Berufen fördern.

"Junge Frauen für IT und Technik begeistern"

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von bayme vbm, betonte im Vorfeld der Veranstaltung:

Damit unsere bayerischen Unternehmen innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, brauchen sie hochqualifizierte Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik und IT. Wir möchten gerade auch junge Frauen für diese Berufe begeistern und so wertvolles Potenzial ausschöpfen.

Am selben Strang zieht auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, das die "Forscherinnen-Camps" ebenfalls fördert.

Für eine Karriere von Frauen in den bayerischen Metall- und Elektro-Unternehmen sprechen laut Brossardt "die Vielfalt der Tätigkeiten, sehr gute Verdienstmöglichkeiten sowie sehr gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Werner Greulich, Ausbildungsleiter bei Faurecia Clean Mobility in Augsburg, unterstützt das "Forscherinnen-Camp" in diesem Jahr zum zweiten Mal. "Die Neugier und das Engagement der jungen Frauen bei der Lösung technischer Fragen ist beeindruckend", so Greulich. "Uns ist es wichtig, den Frauenanteil auch in den technischen Berufen zu steigern. Das ‚Forscherinnen-Camp‘ bestätigt uns immer wieder darin, dass die Schülerinnen jede Menge Potenzial mitbringen, mit dem sie bei uns später herzlich willkommen wären."

"Guter Einblick in technische Berufe"

Wie sehr die Camps bei der beruflichen Orientierung helfen, zeigt eine Studie des bbw: Rund 75 Prozent der Teilnehmerinnen wollen nach dem Camp-Besuch ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium beginnen. So sagte beispielsweise die 17-jährige Rebecca, eine der Teilnehmerinnen des aktuellen Camps: "Das Camp hat mir einen guten Einblick in technische Berufe gegeben und mir geholfen mich zu entscheiden, nach dem Abi ein duales Studium im Bereich Technik zu machen."

2019 beteiligen sich sieben Unternehmen und acht Hochschulen

Noch immer ist der Frauenanteil in der Metall- und Elektro-Industrie gering, nur jeder vierte Arbeitnehmer in Bayern ist weiblich. Das soll sich ändern, darum richtet sich das "Forscherinnen-Camp" gezielt an junge Frauen. Die Zeit typischer Männerberufe ist vorbei, Erfolg im technischen Beruf hängt von der Einstellung und Begeisterung ab – nicht vom Geschlecht.

Die "Forscherinnen-Camps" sind 2007 gestartet. In aktuellen Jahr beteiligen sich sieben Unternehmen und acht Hochschulen an den Projektwochen. Die Camps sind bis auf die Kosten für An- und Abreise kostenfrei.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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