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ServiceCenter Flüchtlingsintegration

Migration und Arbeitsmarktintegration in Europa - Parlamentarischer Abend der vbw in Brüssel

"Migration und Arbeitsmarktintegration – eine Zwischenbilanz" – unter diesem Motto stand am 3. Mai 2017 der parlamentarische Abend der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Brüssel. Rund 150 Besucher kamen zur Veranstaltung in die Landesvertretung Bayern. Gemeinsam mit Dr. Markus Gruber, Ministerialdirektor im Bayerischen Arbeits- und Sozialministerium, sowie Vertretern aus dem Europäischen Parlament und von der Europäischen Kommission zog vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt eine Zwischenbilanz zum bisherigen Verlauf der Migration und Arbeitsmarktintegration in Europa. Dabei bestand Einigkeit, dass die Integration von Flüchtlingen einen langen Atem braucht - sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene.

Arbeitsmarktintegration in Bayern verläuft positiv

In ihren Begrüßungsstatements verdeutlichten Dr. Markus Gruber und Bertram Brossardt, was in Bayern bei der Flüchtlingsintegration insbesondere im vergangenen Jahr initiiert und geleistet wurde. Mit dem Pakt Integration durch Ausbildung und Arbeit hätten sich die Staatsregierung, die Arbeitsverwaltung in Bayern und die Wirtschaft ambitionierte Ziele gesetzt, die für das Jahr 2016 bereits um das Dreifache übertroffen werden konnten. Dank der Initiative nahmen im vergangenen Jahr insgesamt rund 60.500 Flüchtlinge ein Praktika, eine Ausbildung oder eine Beschäftigung auf. Bertram Brossardt zog für die vbw ein positives Zwischenfazit der bisherigen Aktivitäten.

"Die vbw trägt mit dem Maßnahmenpaket IdA ihren Teil zu diesen guten Ergebnissen bei. Rund 30 Prozent der Teilnehmer, die unsere Projekte bislang absolviert haben, konnten erfolgreich in eine Einstiegsqualifizierung, eine schulische oder berufliche Ausbildung, ein Studium oder eine Beschäftigung vermittelt werden. Die Erfahrungen aus unseren Projekten zeigen aber auch: Es gibt weiterhin viele Herausforderungen."

Bertram Brossardt, vbw Hauptgeschäftsführer

Europa bei der Migrationspolitik weiterhin gefordert

Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen sei gerade die EU gefragt, so die Überzeugung der vbw. Dazu gehörten die Sicherung der EU-Außengrenzen, die Unterstützung der Nachbarländer Syriens sowie eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas. Die Steuerung sei insbesondere Aufgabe der Europäischen Kommission, die aber auch Vorschläge erbringen sollte, wie die Integrationsleistung der Mitgliedsstaaten unterstützt und Alternativen von denjenigen Mitgliedern eingefordert werden können, die sich aus der Verantwortung nehmen. Georg Fischer, Direktor bei der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der EU-Kommission, gab im Rahmen der Veranstaltung eine Key Note zum Thema "Migration und Arbeitskräftemobilität – die Rolle der EU-Kommission". Er zeigte im Überblick die bisherigen Maßnahmen der Kommission im Bereich der Migrationspolitik und betonte, dass die Zuflucht nach Europa im vergangenen Jahr zurückgegangen sei. Einen Beitrag dazu habe auch das EU-Türkei-Abkommen geleistet.

Einblick in die Unternehmenspraxis der Kaeser Kompressoren SE

Einen Praxiseinblick in ihren Unternehmensalltag gaben den Veranstaltungsbesuchern Rüdiger Hopf, Ausbildungsleiter bei der Coburger Kaeser Kompressoren SE, und Wael Almhamid, der nach seiner Flucht aus Syrien seit September 2016 eine Ausbildung bei der Kaeser Kompressoren SE macht. Das Unternehmen habe 20 neue Ausbildungsplätze für junge Geflüchtete geschaffen, das Ausbildungszentrum ausgebaut und zwei zusätzliche Ausbilder sowie eine Deutschlehrerin eingestellt, so Hopf. Bei der Suche nach potenziellen Praktikanten und Auszubildenden habe das Unternehmen die Unterstützung durch die IdA Maßnahmen der vbw und der Staatsregierung genutzt. So habe die IdA Navigatorin für Oberfranken den Kontakt zu den meisten der jetzigen Auszubildenden hergestellt. Ein Großteil der Auszubildenden hatte zuvor das Projekt IdA BayernTurbo absolviert und im Rahmen des Projekts ein Praktikum bei der Kaeser Kompressoren SE gemacht.

Chancen und Herausforderungen der Migration und Arbeitsmarktintegration

Moderator Ralph Sina vom ARD-Hauptstadtstudio Brüssel führte durch die anschließende Podiumsrunde, an der neben den Referenten auch die Mitglieder des Europäischen Parlaments Thomas Mann, EVP, und Birgit Sippel, S&D, teilnahmen. Die Runde widmete sich der Umsetzung und Wirksamkeit der europäischen Migrationsagenda und des Arbeitsmarktprogramms der EU-Kommission 2017, den Konsequenzen der europäischen Asylpolitik für die Nationalstaaten sowie den Chancen einer europäischen Lösung und der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration. Bei der Migration und Arbeitsmarktintegration, so der Tenor der Diskussion, müsse man klar trennen zwischen der gesteuerten Zuwanderung, der Binnenmigration und der Flüchtlingsmigration. Allerdings sei auch klar, dass es in der Realität des Arbeitsmarkts unabhängig der Zuwanderungsform zur Konkurrenz zwischen den Migranten kommen kann.

Informationen zum vbw ServiceCenter Flüchtlingsintegration finden Sie hier.

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