Weiterbildung

STARK – Resilienz und Stresskompetenz in Schule und Ausbildung

Premiere — zum ersten Mal wurde das STARK–Gütesiegel an zwei bayrerische Berufsschulen verliehen

Die Initiative STARK – Resilienz und Stresskompetenz in Schule und Ausbildung hat am 4. Dezember 2019 mit Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo zwei bayerische Berufsschulen ausgezeichnet. Die Berufsschulen in Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech setzen das Stresspräventionsprogramm STARK erfolgreich als festen und ergänzenden Bestandteil ihres regulären Schulunterrichts um. Damit fördern diese Schulen neben der fachlichen Ausbildung gezielt die psychische Gesundheit ihrer Schüler*innen.

Das Stress-Präventionsprogramm der Initiative STARK basiert auf Lehreinheiten, in denen die Schüler*innen sich selbst, ihre Stärken sowie Handlungsmöglichkeiten in belastenden Situationen erkennen und einschätzen lernen. Dazu beschäftigen sie sich im schützenden Rahmen der vertrauten Klassengemeinschaft damit, was Stress für sie bedeutet, welche Rolle die innere Einstellung und die Macht der Gedanken spielen, welche Interessen und Stärken sie haben, wie sie körperliche Reaktionen einordnen können, wie gut sie ihre Zeit im Griff und welche Unterstützer sie in ihrem Umfeld haben. In praktischen Übungen, Einzel-, Gruppen- und Partnerarbeit, werden gezielt positive Impulse gesetzt und konkrete Ansätze für einen gesunden Umgang mit Stress aufgezeigt.

Kultusminister Michael Piazolo betonte: "Aktives Gesundheitsmanagement ist für uns alle wichtig. Stresskompetenz ist dabei ein wichtiger Baustein für die Gesundheit und Basis für Erfolg in Schule, Ausbildung und Beruf. Die beruflichen Schulen in Fürstenfeldbruck und Landsberg machen sich nachhaltig dafür stark, unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen für den Umgang mit Anforderungen zu sensibilisieren und ihnen gesundheitsfördernde Strategien mit an die Hand zu geben."

Michael Mötter, stellvertretender Geschäftsführer des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft e.V., erklärt als Projektträger: "Gerade die Übergangszeit zwischen Schule und Beruf stellt viele Jugendliche und junge Erwachsene vor große Herausforderungen. Wir freuen uns, dass wir durch das STARK-Programm in der Zusammenarbeit mit den Schulen und Ausbildungsbetrieben einen wichtigen Beitrag leisten können, unsere Nachwuchskräfte in dieser Phase zu stärken und zu stabilisieren."

Berufsschule Fürstenfeldbruck

Die Berufsschule in Fürstenfeldbruck setzt das Programm bereits seit einigen Jahren um. Mit dem Schuljahr 2019/2020 steht es für sechs Klassen mit insgesamt 150 Schüler*innen als fester Bestandteil im Lehrplan. Schulleiterin, Schulpsychologin, vier Lehrkräfte und zwei Jugendsozialarbeiterinnen vermitteln gemeinsam Kompetenzen, die gerade in der schwierigen Übergangszeit von der Schule in den Beruf wichtig sind. Für ihr Engagement und die erfolgreiche Umsetzung wurde die Schule mit dem STARK-Gütesiegel ausgezeichnet und erhält darüber hinaus eine Förderprämie in Höhe von 3.000 Euro.

Andrea Reuß, Schulleiterin Staatliche Berufsschule Fürstenfeldbruck: "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung! Es ist uns ein wichtiges Anliegen, unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur fachlich auf den Beruf vorzubereiten, sondern ihnen auch etwas für ihr Leben mitzugeben. Sie innerlich zu stärken und ihnen mehr Selbstwertgefühl und ein besseres Selbstbild mit auf den Weg zu geben, wird ihnen helfen, auch mit schwierigen Situationen gelassener umgehen zu können und vor allem, psychisch gesund zu bleiben."

Berufsschule Landsberg am Lech

Die Beruflichen Schulen Landsberg am Lech setzen STARK seit Januar 2019 in drei verschiedenen Schularten, an der Fachoberschule, der Berufsoberschule und der Berufsschule, mit 348 Schüler*innen in sieben Klassen um. Zusätzlich wird sechs Klassen in der Seminarphase, dem Übergang von der 12. Klasse FOS/BOS auf die 13. Klasse, eine gestraffte Variante des Präventionsprogramms angeboten. Besonders erwähnenswert ist die Umsetzung in den Berufsvorbereitungsklassen, so unter anderem für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Das STARK-Team der Schule besteht aus zwölf Lehrkräften, davon zwei angehende Schulpsychologen und Beratungslehrer. Aufgrund ihres besonderen Engagements und der weitreichenden Umsetzung des Programms in relativ kurzer Zeit wurde auch diese Schule in diesem Jahr von der Initiative mit dem STARK-Gütesiegel ausgezeichnet.

Lorenz Häckl, Schulleiter Staatliche Berufliche Schulen Landsberg am Lech: "Die Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung und Ansporn, unsere Schülerinnen und Schüler weiterhin nicht nur intellektuell zu fordern und fördern, sondern auch ihr persönliches Lebensumfeld in den Blick zu nehmen und sie bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten. Dies ist nur möglich aufgrund des besonderen Engagements und der hervorragenden Teamleistung der beteiligten Lehrkräfte."

Beide Berufsschulen werden als Modellschulen von der Initiative weiter begleitet und erhalten neben einer Supervision auch Fortbildungen für das Kollegium.

Weitere Informationen zu STARK finden Sie hier.

Vorsprung durch Bildung

Eine Offensive der bayerischen Wirtschaft