Hochschule

Bachelor/Master-Informationskampagne

Studium wird internationaler: Minister Goppel wirbt bei Schülern für Bachelor- und Masterstudiengang

Fränkischer Tag

NÜRNBERG. "Stellen Sie sich vor, Sie studieren die ersten zwei Semester in Nürnberg, wechseln dann zur Partneruni nach Barcelona, vertiefen Ihr Studium in Rom, um es dann in Nürnberg zu beenden." So könnten Bachelor- oder Masterstudiengänge aussehen, schwärmte Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel gestern vor rund 150 bayerischen Schülersprechern in Nürnberg.

von Klaus Angerstein

Auf dem ersten bayerischen Schülerkongress, zu dem die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) und die Arbeitgeberverbände Metall und Elektro eingeladen hatten, warben sowohl ein Minister als auch ein Wirtschaftsvertreter massiv für den durch Europas Bildungspolitiker eingeleiteten so genannten Bologna-Prozess, der einen einheitlichen Ausbildungsweg für die Studenten des alten Kontinents vorsieht. Es spricht ja auch einiges dafür, dass in einem politisch geeinten Europa die Italienerin problemlos in Schweden und der Deutsche ohne Mühe in Spanien studieren kann, und das ohne jeglichen Zeitverlust.
Im Gegenteil: Die zusätzlich erworbenen Sprachkenntnisse erhöhen die Chancen auf die Arbeitsplätze, um die sich im Zuge der Globalisierung längst nicht mehr nur Deutsche, sondern auch Inder, Chinesen, Russen, Engländer und Osteuropäer streiten.

Nicht zuletzt deshalb benötigt die Wirtschaft auch vergleichbare Abschlüsse, bekennt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Und: Damit deutsche Hochschulabsolventen international konkurrenzfähiger sind, müsste das Studium künftig schneller und besser abgeschlossen werden.

Bis zum Jahr 2010 soll der einheitliche europäische Hochschulraum geschaffen sein. In Bayern sind bislang allerdings erst 22 Prozent der Studienangebote auf das Bachelor- und Mastermodell umgestellt. Selbst Minister Goppel gibt zu, dass man im Zeitplan rund drei Jahre hinterherhinkt. Wollte man den Plan einhalten, müssten bereits jetzt alle Studenten in die neuen Studiengänge einsteigen. Davon ist man noch meilenweit entfernt. Bertram Brossardt verriet, dass die neuen Studienabschlüsse auch von der Wirtschaft mehr und mehr akzeptiert würden. Wenngleich man gerade in Deutschland dem Diplomingenieur ein wenig nachtrauere.

Generell müssten sich die jungen Leute auf eine neue Art von Studium einstellen, so Minister Goppel. Es soll künftig mehr Übungen und weniger Vorlesungen geben. Der mit dem Fachhochschulabschluss vergleichbare Bachelor soll eine besondere Förderung erfahren.

Bisher beenden 28 Prozent der Studierenden ihr Studium mit einem solchen Abschluss. Der soll sich nach des Ministers Wunsch auf 40 Prozent erhöhen, denn man brauche mehr Anwender in der Wirtschaft. Wer Jura, Medizin oder fürs Lehramt studiert, darf übrigens noch Staatsexamen machen. Beim Arbeitgeber Staat dauert die Umstellung länger.

Rückfragen zur Bachelor-/Master-Informationskampagne:
Melanie Schübel, Abteilung Bildung,
vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.,
Max-Joseph-Straße 5, 80333 München,
Tel.: 089-55178-218, Fax: 089-55178-222,
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