Wie bleibt Deutschland wettbewerbsfähig? Welche Folgen haben Künstliche Intelligenz und neue Technologien für Wirtschaft und Arbeitswelt? Und wie lassen sich komplexe wirtschaftliche Entwicklungen so vermitteln, dass junge Menschen sie verstehen und einordnen können?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich Wirtschafts- und Rechtslehrkräfte aus ganz Bayern bei der Wirtschaftsphilologentagung der SCHULEWIRTSCHAFT Akademie im bbw e. V. Am 1. und 2. Oktober 2026 kamen sie an der Universität Bayreuth mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen.
Nach der Eröffnung durch Silke Biermann, operative Leitung im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V., standen aktuelle Entwicklungen im Mittelpunkt, die Wirtschaft und Gesellschaft verändern. Die Themen reichten von KI-Compliance und Arbeitsmarktflexibilisierung über Entrepreneurship Education und fairen Wettbewerb bis hin zu Robotik, Versorgungssicherheit, Geld- und Handelspolitik sowie strategischen Lieferketten.
Prof. Dr. Peter Bofinger, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, beleuchtete die wirtschaftliche Lage Deutschlands und die Perspektiven für weiteres Wachstum.
Weitere Impulse kamen unter anderem von Dr. Sebastian Reitelshöfer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zur humanoiden Robotik, von Thomas Schneider von der Deutschen Bundesbank zur europäischen Geldpolitik sowie von Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln zur Handelspolitik im Umgang mit China und den USA. Hannah Levinger von KfW Research nahm strategische Lieferketten und kritische Abhängigkeiten in den Blick.
Auch der Wandel der Arbeitswelt war ein zentrales Thema. Dr. Iris Pfeiffer vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) zeigte auf, welche Veränderungen sich daraus für Bildung und Qualifizierung ergeben.
Fachwissen trifft Austausch
Neben den Vorträgen und Workshops bot die Tagung viel Raum für Diskussion und persönlichen Austausch. In den Pausen wurden Fragen aus den Sessions weitergeführt, Erfahrungen aus der schulischen Praxis geteilt und neue Kontakte geknüpft. Die unterschiedlichen Perspektiven von Lehrkräften, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis machten dabei sichtbar, wie eng wirtschaftliche Entwicklungen und Bildung miteinander verbunden sind.
In den Workshops konnten die Teilnehmenden einzelne Themen vertiefen. Diskutiert wurden unter anderem die Chancen und Risiken von KI in Unternehmen, die Schwierigkeiten gemeinsamer Entscheidungsprozesse, Fragen der Arbeitsmarktflexibilisierung sowie die Förderung von Unternehmertum in der Schule. Auch die Bedeutung einer wirksamen Wettbewerbsaufsicht wurde am Beispiel des Bundeskartellamts beleuchtet.
Wirtschaftliche Bildung mit Blick auf die Zukunft
Die Wirtschaftsphilologentagung verbindet aktuelles Fachwissen mit der schulischen Praxis. Die teilnehmenden Lehrkräfte greifen wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen im Unterricht auf und geben ihre Erkenntnisse an die nächste Generation weiter. Die teilnehmenden Lehrkräfte erreichen mit ihren Angeboten jährlich rund 13.000 Schülerinnen und Schüler.
Seit 1979 haben mehr als 10.000 Lehrkräfte an der Wirtschaftsphilologentagung teilgenommen. Die Tagung findet alle zwei Jahre statt. Als Gastgeber wechseln sich die Universität Bayreuth und die Universität Passau ab. Inhaltlich orientiert sie sich an aktuellen Entwicklungen aus Wirtschaft, Rechtswissenschaften und Gesellschaft und schafft Raum für fachlichen Diskurs, Austausch und Vernetzung.
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Die Wirtschaftsphilologentagung ist eine Veranstaltung der SCHULEWIRTSCHAFT Akademie im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und wird gemeinsam mit dem Wirtschaftsphilologenverband Bayern (wpv) durchgeführt.













