Die Annahme, dass Geschlechtergerechtigkeit nichts mit Technik zu tun hat, ist falsch. Ein Beispiel dafür ist, dass Frauen bei Autounfällen häufiger sterben als Männer. Der Grund ist, dass Crashtest-Dummys einem männlichen Körper nachempfunden wurden, obwohl die Größen- und Gewichtsverteilungen bei Frauen anders sind. Ein weiteres Beispiel ist, dass sich Frauen auf Werksgeländen, in Parkhäusern oder Unterführungen bei Dunkelheit oft nicht sicher fühlen und deshalb eine hellere sowie gleichmäßigere Ausleuchtung benötigen.
Das sind nur zwei von vielen Beispielen, die erst langsam bemerkt werden, weil die Welt so, wie sie ist, gewohnt ist. Es wird Zeit, das zu ändern.
Das hat sich auch eine weltweite Normungs-Community gedacht und im April 2026 die DIN EN ISO 53800:2026-05, Leitfaden für die Förderung und Umsetzung der Geschlechtergleichstellung und das Empowerment von Frauen, veröffentlicht.
Der MINT-EC-Wettbewerb mit DIN zum Thema Gender Equality setzt genau hier an. Teams aus zwei bis fünf Schülerinnen und Schüler können noch bis zum 15. November 2026 ein kurzes englisches Video (ca. drei Minuten) mit ihren Ideen einreichen und darin folgende Fragen beantworten:
– Welche Beispiele gibt es, bei denen man Geschlechtergerechtigkeit durch konkrete Anforderungen erreichen kann?
– Wo könnte Normung mit konkreten Anforderungen an ein Produkt oder eine Dienstleistung die Geschlechtergerechtigkeit vorantreiben?
Das Jury-Mitglied Anna Holthaus, Chemikerin, Project Lead “Know-How for European Chemicals Focal Points“ und “G&C Knowledge Platform“, die an der DIN EN ISO 53800:2026-05 mitgewirkt hat, erklärt, warum sie sich für die Erstellung engagiert hat:
“Für mich ist Geschlechtergerechtigkeit ein zentrales Anliegen, da ich glaube, dass strukturelle Geschlechterungerechtigkeiten häufig tiefe, aber kaum beachtete Ursachen für viele gesellschaftliche Probleme wie unsere Umweltkrisen sind und man mit der Integration der Geschlechterperspektive und dem Empowerment von Frauen und Mädchen durch Gender Mainstreaming, zum Beispiel im Chemiesektor, bessere, innovative und gerechtere Lösungen für eine nachhaltige Zukunft finden kann.“
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