Um mehr Schülerinnen und Schüler für Themen wie z. B. Künstliche Intelligenz, Robotik oder Virtualisierung zu interessieren, werden ausgewählte Schulen mit einer besonderen Schwerpunktsetzung in Informatik und Zukunftstechnologien als Profilschulen ausgezeichnet und in ihrer Profilbildung gefördert. Diese Schulen dienen als Vorbilder und Multiplikatoren in ihren jeweiligen Regionen oder Schularten.
Ab dem Schuljahr 2023/2024 erhielten rund 100 staatliche Grund-, Mittel-, Real-, Fach- und Berufsoberschulen sowie staatliche Gymnasien, staatliche berufliche Schulen und Förderschulen das PIZ-Prädikat. Im Schuljahr 2025/2026 werden weitere 48 Schulen aller Schularten und Regierungsbezirke ausgezeichnet. Die Laufzeit des Prädikats beträgt drei Jahre.
In diesem Zeitraum werden die Schulen von einem Fachbeirat aus Wissenschaft und Wirtschaft begleitet, z. B. mit fachlichen Impulsen. Zudem erhalten die Lehrkräfte der Profilschulen ein maßgeschneidertes Fortbildungs- und Vernetzungsangebot durch die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen und Unterstützung bei der Qualitätssicherung ihrer Produkte durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) sowie Budgetzuschläge von bis zu zwei Lehrerwochenstunden zur Weiterentwicklung ihres Angebots.
PIZ an Förder- und Mittelschulen
Förder- und Mittelschulen, die in Informatik und Zukunftstechnologien führend sind, vermitteln ihren Schülerinnen und Schüler informatische Kompetenzen in praxisnahen Projekten und handlungsorientiertem Unterricht. Dabei stehen der Alltagsbezug und die direkte Anwendbarkeit des erworbenen Wissens im Vordergrund. Partnerschaften mit lokalen Unternehmen spielen häufig eine wichtige Rolle. Durch Betriebsbesichtigungen, Praktika oder Gastvorträge erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die berufliche Welt der Technologie. Aktuell wurde in der Mittelschule ein neues Pflichtfach Informatik eingeführt, das nun in allen Jahrgangsstufen von 5 bis 10 durchgängig unterrichtet wird. Dies gilt auch für die Förderschulen, die nach dem LehrplanPLUS der Mittelschule unterrichten sowie für die Sonderpädagogischen Förderzentren. An den Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung wurde das Fach Digitale Bildung eingeführt.
Für einen Überblick der Profilschulen im Schuljahr 2024/2025 klicken Sie hier.
PIZ an Realschulen
Der IT-Unterricht an der Realschule greift die Selbstverständlichkeit der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Informationstechnologien auf und fördert flexibles Denken beim systematischen Lösen von Aufgaben. Langfristig tragfähige informatische Konzepte, wie z. B. die objektorientierte Analyse und die informatische Modellierung, sind Bildungsschwerpunkte. Dabei wird stets auf eine enge Verbindung von Theorie und Praxis geachtet. Realschulen mit einem starken IT-Profil widmen sich beispielsweise intensiv dem Thema Robotik und nehmen auch sehr erfolgreich an Wettbewerben teil. Interessierten und begabten Schülerinnen und Schüler bietet die im Rollout befindliche freiwillige Abschlussprüfung im Fach Informationstechnologie die Gelegenheit, ihre IT-Kompetenzen nachzuweisen.
Den beispielhaften Beitrag einer PIZ-Realschule finden Sie hier: „Virtual Reality im Unterricht – Projekte einer PIZ-Schule“.
PIZ an Gymnasien
Gymnasien, die im Bereich Informatik und Zukunftstechnologien herausragen, bieten vielfach spezialisierte Kurse oder Wahlfächer an, die über die Grundlagen hinausgehen und Themen wie Coding, Internet of Things oder Robotik eröffnen. Neben der technologischen Ausbildung wird damit auch die Entwicklung von Soft Skills wie das effektive Problemlösen im Team gefördert. Im neunjährigen Gymnasium wurde das zukunftsweisende Thema Künstliche Intelligenz als neuer Lernbereich im Lehrplan verankert und in Kooperation mit Universitäten begleitend eine Fortbildungsinitiative für die etwa 1000 Informatiklehrkräfte gestartet.