Technik – Zukunft in Bayern 4.0 – Angeklopft und Nachgefragt – Interview zu MINT-Berufen

Du hast vor einigen Jahren beim Forscherinnen-Camp bei KAESER & der Hochschule Coburg mitgemacht. Was ist dir aus dem Camp positiv in Erinnerung geblieben?
Sehr positiv sind mir die Betreuung und vor allem eben auch die Firma KAESER in Erinnerung geblieben. Ich habe mich damals sehr wohl gefühlt. Aufgrund dessen hatte ich mich damals bei der Suche nach einem dualen Studienplatz auch an die Fa. KAESER gewandt. Außerdem hat mich damals der berufliche Werdegang der fachlichen Betreuerin, wie sie ihren Weg gegangen ist mit Studium, Arbeit und Familie, sehr beeindruckt.

Hat das Camp bei der Berufsorientierung geholfen?
Das Camp hat mir damals sehr bei meiner Berufsorientierung geholfen. Nach dem Camp war eigentlich klar, dass ich einen technischen Beruf ausüben möchte. Allerdings habe ich mich damals nicht für den im Camp vorgestellten Beruf entschieden.

Wieso hast Du Dich für das duale Studium Maschinenbau entschieden?
Dadurch dass ich schon immer technikinteressiert war, stand für mich fest, dass ich beruflich etwas im technischen Umfeld machen möchte. Das klassische Beispiel, was ich durch Freunde kannte, war das Maschinenbaustudium. Somit habe ich mich damals mit diesem und ähnlichen Studiengängen auseinandergesetzt. Da ich mein Studium selbst finanzieren wollte, führte mich mein Weg direkt zu einem dualen Studium. Außerdem hat mir damals – und das empfinde ich heute noch so – an den dualen Studienmodellen gefallen, dass sich Theorie und Praxis sehr gut vereinen lassen. Man wendet das theoretisch Gelernte praktisch an. Außerdem wird bereits in den ersten Schritten Berufserfahrung gesammelt, was Vollzeit-Studierende nachträglich erst “erlernen” müssen.

Welche Vorteile hat dir das duale Studium im Vergleich zu einer klassischen Ausbildung, die ebenso Theorie und Praxis miteinander verbindet, geboten?
Da ich damals und heute immer noch relativ gut und einfach lerne, stand nach dem Realschulabschluss fest, das Fachabitur zu machen und anschließend zu studieren. Um den Abschluss in möglichst kurzer Zeit und einen durchgängigen Praxisbezug zu erhalten, wollte ich ein duales Studium absolvieren. Außerdem konnte ich mir durch die duale Ausbildung mein Studium selbst finanzieren.
Mit dem Wissen, was ich heute habe, würde ich es allerdings fast bevorzugen zunächst eine Ausbildung im fachlichen Umfeld des späteren Studiums zu absolvieren und anschließend zu studieren. Eine Ausbildung im fachlichen Umfeld bietet eine gute solide Grundlage für ein anschließendes Studium, noch besser als ein duales Studium dies tut.

Erzähl uns vom Beruf als Fertigungsingenieurin bei der Fa. KAESER. Wie sieht der Alltag in diesem Beruf aus?
Einen klassischen “Alltag” habe ich zum Glück nicht. Es ist immer abhängig von den aktuell laufenden Projekten was am Tag erledigt werden muss:

·         Projektvorbereitungen wie bspw. Analysen zu Abläufen, Prozessen und/oder Komponenten

·         Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für Prozessumstellungen

·         Layoutgestaltung von Arbeitsplätzen

·         Behebung von Problemen bei Prozessanläufen und -umstellungen

·         Schnittstellenabstimmungen mit internen oder externen Dienstleistern und Kollegen

·         Bearbeitungs- oder Montageversuche,

·         Die Liste ist lang und könnte noch beliebig fortgesetzt werden

Allerdings ist das Ziel immer gleich. Das Gegenwärtige soll verbessert werden – sei es in wirtschaftlicher Hinsicht oder auch für das Arbeitsumfeld des Mitarbeiters.

Was ist – Deiner Meinung nach – das Highlight an diesem Beruf? Was fasziniert Dich am meisten?
Es ist jeden Tag etwas anderes. Es ist sehr abwechslungsreich und aufgrund dessen, dass ich in verschiedenen Arbeitsbereichen (Montage, mechanische Fertigung, Lackiererei, Arbeitsvorbereitung) tätig bin, ist es immens vielseitig.

Was braucht man, um eine gute Fertigungsingenieurin zu werden?
Gute Kommunikation, gute Selbstorganisation, Offenheit, natürlich technisches Verständnis, Kreativität, gutes Gesamtverständnis, Analysefähigkeiten, man sollte aber auch Kritikfähig sein, Motivationsfähigkeit

Wir möchten gerne den Stereotypen in MINT-Berufen auf den Grund gehen. Was sagst Du zu diesen gängigen Vorurteilen in MINT-Berufen:

“Man hat wenig mit Menschen zu tun.”
Stimmt nicht, mein Beruf ist sehr vielfältig und ich habe mit vielen Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen zu tun. Je nach Arbeitsplatz kann dies natürlich variieren. Allerdings wird man sicherlich immer Arbeitskolleg*inne um einen haben, welche den Arbeitsalltag mit einem bestreiten.

“Man wird schmutzig.”
Das unterscheidet sich natürlich jeweils von Berufsbild und Arbeitsumfeld. Es kann schon passieren das man mal etwas schmutziger wird. Es gibt aber nichts was man nicht waschen kann.

“Als Frau hat man da nichts zu sagen.”
Nein. Ich bin der Meinung, dass es diese eingestaubten Floskeln nicht mehr geben sollte. Wenn “Frau” fachlich und menschlich kompetent ist und damit überzeugt, gibt es keinen Grund warum die Meinung nicht gefragt ist und warum nicht darauf gehört werden sollte. Was passieren kann ist, dass man diese Kompetenz erst durch sein Handeln und Tun unter Beweis stellen muss. Ich denke das kennt aber jeder – egal ob Mann oder Frau

“Man hat keinerlei Aufstiegsmöglichkeit.”
Leider ist es meiner Meinung nach noch so, dass das Bild “der Führungskraft” sehr häufig von Stereotypen geprägt ist und Menschen oft ihnen ähnliche Personen einstellen. Aus diesem Grund sind Frauen in führenden Positionen immer noch eher rar. Aufgrund der Frauenquote und auch den damit verbundenen Diskussionen sehe ich aber eine Chance zum Umdenken. Angst als “Quotenfrauen” abgestempelt zu werden, sollte man ebenfalls nicht haben, da: Wer kompetent ist, wird beweisen, warum sie für die Stelle ausgesucht wurde.
Letztendlich muss aber das Ziel sein, der oder diejenige einzustellen, der/die die beste Qualifikation aufweist – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder auch Familienstand.

“Man kann Beruf und Familie nicht zusammenbringen.”
Diesen Punkt sehe ich selbst auch als schwierig an. Ich empfinde es so, dass es in diesem Bereich noch sehr viel Potenzial gibt. Allerdings bin ich auch der Meinung, es gibt nichts, was sich mit einer*m tollen Partner*in an der Seite nicht stemmen lässt. Karriere sollte und darf kein Ausschlusskriterium für die Entscheidung für die Familie sein. Hier sehe ich aber auch die Unternehmen in der Pflicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker zu fördern. Durch den steigenden Fachkräftemangel und dem damit verbundenen “Kampf“” um gute Mitarbeiter*innen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie jetzt und zukünftig ein noch größerer nicht monetärer Anreiz bei der Wahl des Arbeitgebers.

Was meinst Du, warum wählen immer noch so wenig junge Frauen eine Ausbildung/ein Studium in einem MINT-Beruf?
Ich denke ein großer Aspekt ist immer noch das Fehlen von Vorbildern in den verschiedenen Bereichen, an welchen sich die jungen Frauen orientieren und ein Beispiel nehmen können. Es ist leider immer noch nichts Alltägliches. Persönlich habe ich allerdings nicht das Gefühl ein “Exot“ zu sein, es ist für mich ganz “normal”.”

Wie wichtig sind deiner Meinung nach weibliche Vorbilder für die Berufswahl?
Wie bereits gesagt finde ich, dass diese sehr wichtig sind. Aus diesem Grund führe ich auch dieses Interview – um ein Beispiel zu geben und den Beruf greifbar zu machen. Ich selbst hätte mir damals mehr “Orientierungsbeispiele” gewünscht.

Was rätst Du Mädchen die Interesse an einem MINT-Beruf haben?
Wenn ihr Interesse habt, euch aber nicht sicher seid, ob ihr es schafft, hilft “reden, reden, reden” und sich gut informieren. Am besten mit Menschen, die den Weg schon ähnlich gegangen sind und Erfahrungen sammeln konnten – unabhängig ob Mann oder Frau. Außerdem würde ich jeder interessierten Person raten, ein Praktikum in dem gewünschten Bereich zu absolvieren.

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Initiative zur Fachkräftesicherung FKS+ – neues Pilotprojekt “talentscout(BY)”

Die vbw hat zusammen mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit das Pilotprojekt talentscout(BY) im Agenturbezirk Weiden in der Oberpfalz gestartet. talentscout(BY) bietet Mittelschüler*innen der Abschlussklasse im Raum Weiden die Möglichkeit, durch gezielte Berufsorientierung, Beratung und Begleitung ihren Weg von der Schule in den Beruf zu finden.

Übergang in den Beruf selbst gestalten
In den letzten zwei Jahren konnten durch die Corona-Pandemie viele Berufsorientierungsangebote wie Berufsmessen, Praktika oder Orientierungstage nicht in regulärer Form stattfinden. Trotz sehr guter digitaler oder hybrider Angebote kann dies insbesondere für schwächere Schüler*innen den Übergang von der Schule in den Beruf erschweren. Hier setzt talentscout(BY) an und unterstützt insbesondere schwächere Schüler*innen dabei Schule, Berufswahl und Berufseinstieg zu meistern.

Über zwölf Monate hinweg erhalten die Schüler*innen ein umfassendes Unterstützungsangebot in vier aufeinander aufbauenden Modulen. Es beinhaltet unter anderem Kompetenzfeststellung und -förderung, Begleitung in der Abschlussklasse, Berufsfelderkundung und Orientierung bis zu Mitmachaktionen in der Gruppe, wie gemeinsam ein Werksstück erstellen, um eigene Fähigkeiten in der Gruppe zu testen und zu vertiefen.

Zielsetzung
talentscout(BY) befähigt die Schüler*innen dazu, ihren schulischen Erfolg zu sichern und den Weg in den Beruf sicher und nachhaltig gestalten zu können. Dazu erhalten sie individuelle Unterstützung und Begleitung während ihrer Abschlussklasse ebenso wie bei der Berufsfelderkundung sowie der Bewerbung. Das Projekt fördert zudem die Kompetenzen und Stärken der Teilnehmer*innen.

Zielgruppe
Das Projekt richtet sich an Mittelschüler*innen der Abschlussklasse im Arbeitsagenturbezirk Weiden in der Oberpfalz. talentscout(BY) wird hybrid durchgeführt, die Unterrichtseinheiten und Aktionen finden also in Präsenz und/oder digital statt.

Initiative Fachkräftesicherung FKS+
Die vbw hat die “Initiative Fachkräftesicherung FKS+” 2018 zusammen mit der Bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative werden vielfältige Projekte an verschiedenen Standorten in Bayern durchgeführt, um bislang ungenutzte Fachkraftpotenziale in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Weitere Informationen zur Initiative Fachkräftesicherung FKS+ erhalten Sie hier

Lehrer in der Wirtschaft – Zeit für einen Perspektivenwechsel

Möglich macht es ein Projekt des bayerischen Kultusministeriums und der vbw, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Wie er seine Zeit bei der MTU in München erlebt, erzählt Dominik Regnet im Interview.

Was ist das Besondere am Projekt Lehrer in der Wirtschaft?

In jedem Jahr haben bis zu zehn Lehrkräfte in Bayern die Möglichkeit, sich ein wirklichkeitsgetreues Bild von der vielfältigen Arbeit in einem der teilnehmenden Unternehmen zu machen. Die Erfahrungen geben wir dann an das Kollegium und die Schüler*innen weiter. Damit stärken wir das Bewusstsein dafür, wie die soziale Marktwirtschaft in der Realität funktioniert.

Was sind die Vorteile des Programms?

Der Blick über den Tellerrand ist für mich besonders wertvoll. Ich kann meinen Schüler*innen nun authentisch und praxisnah berichten, wie es in der freien Wirtschaft läuft, wie wirtschaftliche Prozesse und Zusammenhänge funktionieren. Das Projekt sorgt für einen perfekten Austausch und die Vernetzung von Unternehmen und Schule. Davon haben beide Seiten etwas: Ich als Lehrer trage neue Ideen und Impulse in den Schulalltag, die MTU profitiert von meiner Mitarbeit und meinen Kontakten zu potentiellen Bewerber*innen und Nachwuchskräften. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Deshalb wünsche ich mir, dass noch mehr Kolleg*innen die Gelegenheit bekommen, an diesem Programm teilzunehmen.

Was sind Ihre aktuellen Aufgaben?

Ich arbeite während des Programms in zwei verschiedenen Abteilungen. Sechs Monate lang war ich in der Ausbildungsabteilung, sechs Monate bin ich nun im Bereich Fort- und Weiterbildung tätig. Dabei habe ich die Gelegenheit bekommen, an verschiedenen Projekten mitzuwirken, etwa an einer Lernplattform für Auszubildende. Ich habe außerdem mit einem externen Dienstleister einen virtuellen Rundgang durch die Ausbildung entwickeln dürfen, der jetzt online verfügbar ist. Dieser kann zum Beispiel auch auf Jobmessen mit einer Virtual Reality-Brille angesehen werden. Bei APAT habe ich verschiedene Tools für das System SharePoint und Konzepte bezüglich Future Skills erstellt. Damit sind die Aufgaben sehr verantwortungsvoll, spannend und abwechslungsreich.

Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen Wirtschaft und Schule?

Ich habe erlebt, dass es zwischen Wirtschaft und Schule mehr Parallelen gibt, als gedacht. In Bezug auf die Ausbildung junger Menschen beschäftigen uns die gleichen Herausforderungen und Chancen. Das Schulsystem vergleiche ich gerne mit einem großen Tanker: Im Vergleich zur freien Wirtschaft dauern Veränderungen hier wesentlich länger, weil wir nicht so agil sind. Zudem hat ein Unternehmen natürlich ganz andere finanzielle Mittel, um wichtige Zukunftsthemen wie die Digitalisierung voranzutreiben. Hier ist die MTU aus meiner Sicht hervorragend aufgestellt.

Gab es Dinge, die Sie überrascht haben?

Anfangs habe ich gedacht, die Atmosphäre im Unternehmen sei distanzierter – den Umgang miteinander habe ich dann als sehr familiär und warmherzig erlebt. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und habe mich deshalb sofort wohl gefühlt. Ein Grund, weshalb mir der Abschied Ende August schwerfallen wird.

Was nehmen Sie persönlich aus Ihrer Zeit bei der MTU mit?

Ich habe viele interessante Erfahrungen gemacht, die ich im neuen Schuljahr nutzen werde, um meine Schüler*innen zielgerichtet zu unterstützen: zum Beispiel bei der beruflichen Orientierung. Außerdem habe ich – als Lehrer für Deutsch, Sport und Rhetorik – spannende Einblicke in technische Themen bekommen. Besonders beeindruckt bin ich von der Entstehung eines Triebwerks und den Ausmaßen des A320neo-Triebwerks auf dem Prüfstand. Kurzum: Ich bin glücklich, stolz und dankbar, Teil des MTU-Teams zu sein!

Weitere Informationen zum Projekt Lehrer in der Wirtschaft erhalten Sie hier

digital.ING – Ausbau der Zertifikatsangebote an bayerischen Hochschulen

Beispiel: Neue Zertifikatsangebote der Hochschule München

Ab 2023 bietet die Hochschule München die zwei innovativen Zertifikatsangebote “Legal Business Digitalization – IT” sowie “Digitale Lösungsansätze” an.

Der Start des Zertifikats “Legal Business Digitalization – IT” ist im Oktober 2023 geplant, die Bewerbungsphase ist vom 2. Mai 2023 bis zum 15. Juni 2023. Innerhalb eines Semesters können sich Wirtschaftsingenieur*innen und Absolvent*innen verwandter Richtungen in den Bereichen Informatik für juristische Geschäftsmodelle, Wissensmanagement, Maschinelles Lernen, Symbolische KI, Datenschutz & IT-Sicherheit, Big Data Analyse und eDiscovery weiterbilden. Die Lehrveranstaltungen finden in geringem Umfang vor Ort in München sowie semesterbegleitend in Online-Seminaren statt. Digitale Coachings runden das Angebot ab. Für eine bessere Planbarkeit sowie die Vereinbarkeit mit dem Job stehen die Präsenzphasen spätestens zu Semesterbeginn fest.

Das berufsbegleitende Zertifikatsangebot “Digitale Lösungsansätze” richtet sich an Ingenieur*innen und Naturwissenschaftler*innen und Absolvent*innen technischer Studiengänge. Das Weiterbildungsangebot vermittelt ein grundlegendes Verständnis für und Wissen über die modernen digitalen Methoden und Werkzeuge in der Industrie 4.0. Das Internet der Dinge, Cloud-basierte Lösungen, Cyber-physische Systeme sowie KI, ML und Data Analytics sind unter anderen Gegenstand des Zertifikatsangebots. Bewerbungszeitraum für das berufsbegleitende Zertifikatsangebot ist vom 15. November 2022 bis 15. Januar 2023.

Weitere Informationen

Das Zertifikatsangebot “Legal Business Digitalization – IT” ist Bestandteil des Weiterbildungsangebotes “Legal Business Digitalization” und kann bei späterem Studienstart darauf angerechnet werden. Mehr Informationen finden Sie hier .

Das Zertifikatsangebot “Digitale Lösungsansätze” ist ein Modulstudium aus dem berufsbegleitenden Master „ 4D- Moderne Energiesysteme und Mobilität “ und kann bei Bedarf auch auf diesen angerechnet werden.

Nachhaltigkeit und Technik – Drei kooperative Schulprojekte gewinnen bayerischen MINT-EC-Regionalwettbewerb

Drei Gruppen, bestehend aus insgesamt sechs MINT-EC-Gymnasien, haben es mit ihren kooperativen Schulkonzepten zum Thema „Nachhaltigkeit und Technik“ unter die Sieger*innen des bayerischen MINT-EC-Regionalwettbewerbs geschafft. Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Kooperationsprojektes „MINT-Excellence an Gymnasien in Bayern“ erstmalig von den fördernden Unternehmerverbänden bayme vbm vbw und dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC ausgeschrieben.

Am 2. Februar 2022 kürte die hochkarätige Fachjury das Dürer-Gymnasium Nürnberg, das Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg, das Gymnasium Höchstadt, die German International School Washington, das Jakob-Fugger-Gymnasium Augsburg sowie das Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß mit ihren Konzepten als Gewinner*innen.
Im Rahmen des Kooperationsprojektes „MINT-Excellence an Gymnasien in Bayern“ entschlossen sich die Hauptfördernden, die bayerischen Arbeitgeberverbände bayme vbm vbw, gemeinsam mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC einen neuen Schulwettbewerb zum Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit und Technik“ auszuschreiben. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Regionalwettbewerbs, der im Frühjahr 2021 startete, war die Förderung der Vernetzung der bayerischen MINT-EC-Schulen. Die MINT-EC-Schulen in Bayern wurden aufgefordert, gemeinsame Projektgruppen zu bilden und ein außercurriculares Angebot für Schüler*innen der Sek. II zu entwickeln, welches gemeinsam mit außerschulischen Partnern umgesetzt wird.

Am 2. Februar kürte die Fachjury, bestehend aus Dr. Christof Prechtl, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung und Integration der vbw, Thomas Leubner, Head of Siemens Professional Education, Dr. Christoph Anz, Leiter Bildungspolitik bei der BMW Group, Susanne Schmitter, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Markus Grote, Ausbildungsleiter bei Wacker Chemie AG, Prof. Dr. Axel Enders, Head of Research Group, Department of Physics an der Universität Bayreuth und Dr. Niki Sarantidou, Geschäftsführerin bei MINT-EC, die drei folgenden Kooperationsprojekte als Wettbewerbsgewinner*innen:

• Dürer-Gymnasium Nürnberg und Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg Projekttitel: Herausforderungen durch die Energiewende – Nutzung von Biogas für nachhaltige Lösungen Projektbeschreibung: Entwicklung einer Ausstellung über die Nutzung von biologischen Abfällen zur Gewinnung von Energie in Mini-Biogasanlagen für die Lange Nacht der Wissenschaften in Nürnberg sowie Projektierung einer Mini-Biogasanlage.

• Gymnasium Höchstadt und German International School Washington Projekttitel: Makeathon: Mülltrennsystem Better Bin; Smart Board Bot; intelligenter Rucksack Evoscan Projektbeschreibung: Mülltrennsystem Better Bin: es soll ein praktischer und selbstsortierender Mülleimer konstruiert werden.
Smart Board Bot: es soll eine kostengünstige und leicht montierbare Konstruktion zur Digitalisierung von Tafelanschriften konstruiert werden. Intelligenter Rucksack Evoscan: es soll ein Rucksack konstruiert werden, der Eltern und Schüler*innen signalisiert, ob das richtige für den entsprechenden Schultag eingepackt wurde.

• Jakob-Fugger-Gymnasium Augsburg und Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß Projekttitel: HySociety – Kann Wasserstoff unsere Gesellschaft verändern? Projektbeschreibung: Auseinandersetzung mit dem Thema Wasserstoff als Energielieferant (Herstellung, Nachhaltigkeit, Wirkungsgrad, Kosten etc.), Bau von Brennstoffzellen-Modell-Fahrzeugen und Organisation eines kleinen Wettbewerbs mit diesen Fahrzeugen.

Die Angebote werden im Laufe des Jahres 2022 von den Schulen umgesetzt.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer bayme vbm vbw: „Die MINT-Bildung zu fördern, heißt den Wirtschaftsstandort Bayern zu stärken. Angesichts von Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografischen Entwicklung ist die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich für die bayerische Wirtschaft eine zentrale Aufgabe. MINT-EC setzt genau hier an. Die Initiative bietet ein starkes Netzwerk von Schulen mit exzellenter MINT-Bildung und Schulprogrammen, die schon früh die Begeisterung junger Menschen für Technik wecken. Wir unterstützen MINT-EC gerne als Hauptförderer.“

MINT-EC – Das nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgeber*innen gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC liefert ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schüler*innen sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 339 zertifizierten Schulen mit rund 360.000 Schülerinnen und Schülern sowie 29.500 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Hauptfördernde von MINT-EC sind der Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. sowie die Siemens Stiftung und die bayerischen Arbeitgeberverbände bayme vbm und vbw.